Berufl. Werdegang

Freiberufliche Tätigkeit

Als meine besonderen Stärken sehe ich die Freude am Umgang mit den unterschiedlichsten Objekten, die Auseinandersetzung mit ihren individuellen Herausforderungen sowie meine manuellen Fähigkeiten, mein wissenschaftliches Fachwissen und Durchhaltevermögen auch bei schwierigen Fragestellungen. Der bestmögliche Erhalt eines jeden Objekts und die Lesbarkeit seiner Geschichte liegen mir besonders am Herzen. Bisher durchgeführt wurden nachfolgende Arbeiten:

  • Abnahme einer neuzeitlichen Überfassung an einer hölzernen Bischofsskulptur aus dem späten 19. Jh.
  • Schließung von mehreren großen Bohrlöchern in den Beinen zweier barocker Putti, Kittung und Retusche, Konservierung der Fassung
  • Restaurierung eines barocken Puttos: Abnahme eines sekundären, wachshaltigen Oberflächenüberzuges und von Übermalungen mit Silberbronze, Anpassung eines bereits ergänzten Fußes an die übrige Fassung
  • Polimentvergoldung eines neu angefertigten Lindenholzsockels zur Ausstellung eines Bambino Gesú (18. Jh.)
  • Fassungsfestigung, Kittung und Aquarell-Retusche an zwei barocken Puttenköpfen sowie einer barocken Kleinplastik (Hl. Margaretha)
  • Bau eines Schutz- und Präsentationsrahmens für eine dreieckige barocke Klosterarbeit
  • Malschichtkonservierung an Gebäuden einer Grulicher Kastenkrippe (Mitte 19. Jh.)
  • Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung zum Museumsmanagement der Abtei Brauweiler bei Köln
  • Restaurierung einer barocken Modellkommode, Ergänzung von Fehlstellen, Abnahme des neuzeitlichen Nitrocelluloselackes, Aufbau einer Schellackmattierung
  • Fassungskonservierung an einer spätbarocken Kleinplastik, Hl. Franziskus von Assisi
  • Konservierung einer Biedermeier-Kommode, Eschenholz, Verleimung gelöster Furniere und Holzteile, Holzfestigung in stark fraßgeschädigten Bereichen, Stabilisierung der Bodenbretter, Instandsetzung der Laufleisten, Oberflächenreinigung
  • Restaurierung einer Zunftlade, spätes 16. Jahrhundert, süddt., Substanzsicherung durch Verleimung der gelösten Furniere und des Leimpapiers, Reinigung, Ergänzung von Schnitzelementen
  • Abnahme eines vergilbten Nitrocelluloselackes von einem Damensekretär, vermutlich 1940er Jahre, Niederlande, Furnierfestigung, Aufbau einer Schellackpolitur


Blick in das Restaurierungsatelier

 

 

Bayerisches Nationalmuseum

Am Bayerischen Nationalmuseum München wurden nachfolgende Projekte durchgeführt

selbständiges Erarbeiten von Konzepten zur Konservierung und Restaurierung von gefassten Objekten aus organischen und anorganischen Materialien unterschiedlicher Sammlungsbereiche sowie deren Umsetzung mit begleitender schriftlicher und bildlicher Dokumentation nach den hausinternen Richtlinien, z.B.:

  • Neumontage eines Votivbilds (spätes 18. Jh., kolorierter Farbdruck auf Papier), Sicherung der gelösten Fassung des Rahmens
  • Glättung und Sicherung eines bemalten Pergamentschnittbildes mit Feuchtigkeitsschaden
  • Reinigung und Konservierung eines Gnadenbildes der Landshuter Madonna mit dem geneigten Haupt (18. Jh., Stoffklebebild mit Kupferstich und Klosterarbeiten aus Metalldraht)
  • Rissverklebung an einem Breverl aus Papier
  • Konservierung zweier Hausaltärchen aus Bein (Berchtesgaden, 18./19. Jh.)
  • Konservierung eines Hausaltärchens mit Strohintarsien und gedrechselten Beinverzierungen (Berchtesgaden, spätes 18. Jh.)
  • Konservierung und Restaurierung von vier barocken Reliquienpyramiden mit Sockeln
  • Reinigung und Festigung einer neuzeitlichen polnischen Szopka (Großkrippe) aus Karton, Holz, Metallfolie, Textilien und Kunststofffolie
  • Oberflächenreinigung und Fassungskonservierung an einer bäuerlichen Sitzgruppe (zugehörig zum Perthaler-Ensemble, um 1750)
  • präventive Konservierung, unter anderem Fertigung individueller Montagen für die Deponierung empfindlicher Objekte, Verbesserung der Ausstellungsbedingungen sowie Reinigungs- und Konservierungsmaßnahmen an unterschiedlichen Objekten im Nationalmuseum und in den Zweigmuseen Schleißheim und Asbach im Rahmen der Sammlungspflege, Betreuung des elektronischen Klimaüberwachungs-Systems der Krippensammlung
  • Mitarbeit bei den Planungen für die Neueinrichtung zweier volkskundlicher Depots sowie die Teilnahme an der praktischen Durchführung (Einholen von Angeboten, Überprüfung neuer Materialien, Entwicklung eines Tablettsystems für kleine Objekte in Kooperation mit der hauseigenen Schlosserei, Konzipierung und Realisation von konservatorisch geeigneten Verpackungen zur Deponierung der umfangreichen volkskundlichen Grafiksammlung)
  • Mitarbeit bei der Umlagerung der gesamten Krippensammlung in ein neues Depot, Anfertigung von Montagen, Entwicklung eines Staubschutzes für Metallschränke, Aktualisierung der Museumsdatenbank GOS
  • Leihverkehr: vorbereitende Arbeiten wie die Festlegung von Leihbedingungen als auch das Erstellen von Zustandsprotokollen, eigenständige Betreuung und Durchführung von Kurierfahrten, Herstellung von Transportverpackungen für Leihgaben, Mitarbeit bei der Entwicklung eines neuen Leihformulars
  • Mitbetreuung der Praktikanten aller Restaurierungsateliers während des Volontariats bei wöchentlichen Arbeitstreffen (Referate zu restauratorischen Themen, Erörterung aktueller Fragestellungen, Besuch anderer Restaurierungseinrichtungen) sowie später auch der werkstattinternen Praktikanten (Vermittlung von Arbeitstechniken, Materialkunde, Hilfe bei Recherchen, Probenentnahme etc.)
  • Teilnahme an den monatlich stattfindenden werkstattübergreifenden Ateliergesprächen zur internen Fortbildung
  • Anfertigung von Fotografien und Bearbeitung von digitalem Bildmaterial für Veröffentlichungen und Präsentationen (Powerpoint, Adobe Photoshop 7 & Elements)

 

 

Restauratorischer Lebenslauf

1998 - 2000 studienvorbereitendes Praktikum im Restaurierungsatelier für Möbel, Mike Beer, Köln-Dünnwald; freiberuflich tätiger Möbelrestaurator im Handwerk
Oktober 2000 Aufnahme des Studiums zur Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut an der Fachhochschule Köln, Spezialisierung auf die „Konservierung und Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten“
März bis August 2002 Praxissemester im Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf, betreut von Dipl.-Rest. Judith Bützer, Dipl.-Rest. Vera De Bruyn und Dipl.-Rest. Jürgen Bandsom
Februar 2006 Abschluss des Studiums.
Thema der Diplomarbeit: „Barocke Heilige Leiber in Oberschwaben. Materialien, Fixierungstechniken, konservatorische Aspekte“
März - Juni 2006 Online-Fortbildung „Restaurierungstheorien und Restaurierungsmethoden von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute“. Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Hornemann-Institut
19. - 20.06.2006 Teilnahme am Workshop „Museumsmarketing: Instrumente, Konzepte, Wirkungen. Bausteine des Museumsmanagements 01“ des Landschafts-Verbands Rheinland im Fortbildungszentrum der Abtei Brauweiler, Pulheim
09.2006 – 07.2007 Aufnahme des Masterstudiums für Konservierung/ Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten an der HAWK Hildesheim, mikrobiologischer Schwerpunkt. Thema der Masterthesis:
„Entwicklung eines Konservierungskonzepts zur Bekämpfung des Mikroorganismenbefalls an den Heiligen Leibern im Klostermuseum Heiligkreuztal“.
Erfolgreich mit dem „Master of Arts“ (M.A.) abgeschlossen
10.2007 – 10.2008 einjähriges wissenschaftliches Volontariat im Bayerischen Nationalmuseum München (BNM), Restaurierungsatelier für volkskundliche Objekte, Ltg. Fr. Konstanze Schwadorf MA
November 2008 2-jährig befristete Teilzeitstelle im Restaurierungsatelier für volkskundliche Objekte des Bayerischen Nationalmuseums München mit dem Schwerpunkt auf Präventiver Konservierung, Sammlungspflege, Verbesserung der Depotsituation, Leihverkehr, Anleitung von Praktikanten (Schüler und Studenten)
November 2010 Umzug ins Münsterland,
Existenzgründung
seit dem 01.02.2011 als Freiberuflerin in Dülmen-Rorup für Museen, Sammlungen, Kirchengemeinden und Privatleute tätig
 
  Detailaufnahme vom rechten Arm des hl. Coronatus, Heiligkreuztal

 

Restauratorische Ausbildung

An der Fachhochschule Köln

Historische Techniken

  • Vergolderkurs
  • Beizseminar und Herstellung von Firnissen nach historischen Rezepten


Klima/Licht

  • Erarbeitung von Ausstellungs- und Konservierungskonzepten für die Eröffnung des unterirdischen Stollenmuseums in Mayen (Eifel)


Denkmalpflegerische Projekte

  • Aufnahme und Schadenskartierung einer Ständerwand an der Atzelmühle
  • Teilrestaurierung der Kanzelfassung (Festigung, Kittung und Retusche) in Gransdorf (Eifel)


Neue Methoden

  • Die Abnahme von ölhaltigen Fassungsschichten mittels Alkali-PEG
  • Das „Decision-Making-Model“ (DMM) für Moderne Kunst angewandt am „ti 3d“ (Stuhl nach Entwurf von Marcel Breuer / Bauhaus)
  • Die Reinigung und Konservierung von Reliquientafeln


Spezielle Gebiete

  • Untersuchung und Erstellung eines Konservierungskonzeptes für die Black Nana von Niki de Saint-Phalle des Museums Ludwig anhand einer Daten- und Zustandsaufnahme in Bezug auf das DMM (Decision-Making-Model)
  • Untersuchung und Rückformung einer indonesischen Kopfbedeckung aus Zuckerpalmenfasern des Rautenstrauch-Joest Museums (Inv.-Nr. 37610)
  • Untersuchung, Erfassung und Vergleich mehrerer Stahlrohrclubsessel B3 (Wassily-Chairs) von Marcel Breuer zur zeitlichen Einordnung


Praxissemester im Restaurierungszentrum Düsseldorf

  • Verleimung eines Bruchs an einer hölzernen Soldatenfigur (19. Jh.) des Stadtmuseums Düsseldorf, Festigung und Retusche der Ausbruchränder
  • Regenerierung eines Nitrocelluloselackes auf einem Schreibsekretär (Mitte 18. Jh.) des Stadtmuseums Düsseldorf mit polaren Lösemitteln in ihrer Dampfphase
  • Restaurierung einer Rokokotischplatte mit Marmormalerei aus der Sammlung Schneider: Fassungsuntersuchung, Ergänzung und Retusche der Fehlstellen
  • Zustandsprotokollierung von Exponaten und Beaufsichtigung des Ausstellungsabbaus der Sonderausstellung „Liza Lou“ im museum kunst palast Düsseldorf
  • Konservatorische Betreuung und Beratung der städtischen Kulturinstitute, Planung und Begleitung von Kunsttransporten
  • Durchführung von Not- und Bergungsmaßnahmen im Rahmen eines Wasserschadens in den Depoträumen des museum kunst palasts, Anleitung und Koordinierung der Helfer und des Museumspersonals


Semesterarbeiten

  • Chemie- und Physik der Werkstoffe: Injektionsfähige Kittmassen zur Stabilisierung von Fraßschäden an hölzernen Objekten.
  • Konservierungs- und Restaurierungstechnologie: Möglichkeiten der Rückformung von gefestigtem Holz. Eine Konzepterstellung für die Einlegeböden eines Boulle-Konsolschranks.
  • Kunst- und Kulturgeschichte: Heilige Leiber in Oberschwaben. Ein Überblick über Herkunft, Tradition, Verehrungs- und Darstellungsformen von Katakombenheiligen in Oberschwaben.


Diplomarbeit (2005/2006)

  • Auferweckt in Herrlichkeit! Barocke Heilige Leiber in Oberschwaben. Materialien, Fixierungstechniken, konservatorische Aspekte (59MB):   Neun ausgewählte Klosterarbeiten („Heilige Leiber“) der Region Oberschwaben wurden auf ihre Konstruktion, die Materialien, die angewandten Techniken und ihre Herkunft untersucht. Neben der Zusammenstellung historischer Rezepte sowie der Beschaffungsmöglichkeiten der Materialien wird kurz auf die Wiederbelebung der Märtyrerverehrung im Barock und einige der Reliquien fassenden Frauenklöster der Region eingegangen. Das Kloster Ennetach bildet den Schwerpunkt. Den Kurzbeschreibungen der Katakombenheiligen folgen die Vergleiche der Modellierung, Konstruktion und Ausstattung. Zur Behebung der primären Schäden wurden Konservierungskonzepte entwickelt. In einem Anhang sind ausführliche Beschreibungen der Heiligen mit Untersuchungsergebnissen und Fotografien angefügt.

     Der hl. Coronatus, Heiligkreuztal


Zusätzliche Arbeiten und Kurse

  • Teilnahme an einem einwöchigen Mikrobiologie-Seminar in Oldenburg bei Frau Dr. Gorbushina
  • In Zusammenarbeit mit Kommilitonin Monika Bürger erfolgten vom 1. bis zum 3. Studiensemester die Untersuchung, Dokumentation, zeichnerische Aufnahme und Restaurierung einer Wappentruhe des Hessischen Landesmuseums, Kassel
  • Mikroskopische Bestimmung von Holzarten
  • Anfertigung und Auswertung von Querschliffen unter VIS- und UV-Anregung, Bestimmung von Bindemitteln mittels einfacher histochemischer Anfärbungen
  • Einführung in die Mikroskopfotografie
  • Teilnahme am Röntgenkurs mit Anfertigung von Aufnahmen und deren Auswertung
  • UV-Analyse von Oberflächenüberzügen an Holzobjekten
  • UV-Fotografie

 

An der Fachhochschule Hildesheim

  • Projektmanagement I: Planung und Leitung der Depotumgestaltung zur konservatorisch geeigneteren Lagerung von Möbeln, Holz-, Glas- und Keramikobjekten im  Städtischen Museum Braunschweig, Anleitung der Umräumarbeiten, der Inventarisierung und Betreuung der teilnehmenden Studierenden des 1. Bachelor-Semesters 2006
  • Projektmanagement II: Schadensaufnahme und zeichnerische Schadenskartierung sowie Kostenberechnung der Konservierungsmaßnahmen an der Fürstenempore der Stadtkirche St. Marien / Celle in Zusammenarbeit mit Dipl.-Rest. Chr. Lühning-Reger
  • Erfolgreiche Erprobung von unterschiedlichen Methoden zur Festigung eines gelösten Cellulosenitrat-Überzuges an einem feuchtigkeitsgeschädigten, furnierten Wandbild des 20. Jahrhunderts aus dem Städtischen Museum Braunschweig
  • 1-wöchiger Kurs zur Nutzung der  instrumentellen Analytik zur Materialanalyse an Kunstobjekten
  • 1-wöchiges Mikrobiologie-Seminar mit Praxisblock zum Thema „Bioremedation
  • 2-wöchige mikrobiologische Vertiefung zur Schnellerkennung von Mykotoxinen, Aktivitätsmessung von Mikroorganismen in Stäuben und dem ELISA-Test
  • 2-wöchiger BWL-Kurs zum Thema „Vertrags- und Ausschreibungsrecht“
  • Seminar zu den Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit für Museen, Archive und freiberuflich arbeitende Restauratoren (Hornemann Institut, Hildesheim)
  • Foto-Refresher in digitaler Fotografie und Bildverarbeitung
  • Erstellung der Masterthesis als Vertiefung des Diplomthemas: Entwicklung eines Konservierungskonzepts zur Bekämpfung des Mikroorganismenbefalls an den Heiligen Leibern im Klostermuseum Heiligkreuztal (84,6MB)

  

Detailaufnahme des Schimmelbefalls an einem Katakombenheiligen und
"Fürstenprieche" Stadtkirche Celle (Foto: Loeper, Celle)

 

 

Intro

Persönliche Kompetenzen

Als meine besonderen Stärken sehe ich die Freude am Umgang mit den unterschiedlichsten Objekten, die Auseinandersetzung mit ihren individuellen Herausforderungen sowie meine manuellen Fähigkeiten, mein wissenschaftliches Fachwissen und Durchhaltevermögen auch bei schwierigen Fragestellungen. Der bestmögliche Erhalt eines jeden Objekts und die Lesbarkeit seiner Geschichte liegen mir besonders am Herzen.

Persönliche Kompetenzen

Als meine besonderen Stärken sehe ich die Freude am Umgang mit den unterschiedlichsten Objekten, die Auseinandersetzung mit ihren individuellen Herausforderungen sowie meine manuellen Fähigkeiten, mein wissenschaftliches Fachwissen und Durchhaltevermögen auch bei schwierigen Fragestellungen. Der bestmögliche Erhalt eines jeden Objekts und die Lesbarkeit seiner Geschichte liegen mir besonders am Herzen.