Untersuchungsmethoden

Moderne Technologien


Naturwissenschaftliche Analyseverfahren
Modernes Restaurieren bedeutet heutzutage, die Möglichkeiten unterschiedlicher naturwissenschaftlicher Untersuchungsverfahren zu nutzen.
Eine naturwissenschaftliche Untersuchung kann  wertvolle Einblicke in das Kunstwerk schaffen, die zu einem vertieften Verständnis des Objektes und seiner Geschichte verhelfen.
Das oberste Gebot für uns Ihrem Kunstwerk gegenüber ist die zerstörungsfreie Untersuchung des Objektes, für die nachfolgend einige Beispiele aufgeführt sind:

UV-Licht
Eine Möglichkeit der zerstörungsfreien Oberflächenuntersuchung bietet die Bestrahlung eines Kunstwerkes mit ultraviolettem Licht (UV-Fluoreszenz). Sie dient vor allem der Sichtbarmachung und Unterscheidung von Bindemitteln, Oberflächenbehandlungen und Retuschen neueren Datums.     

Infrarotstrahlung
Die Infrarotstrahlung gehört zu der unsichtbaren Lichtstrahlung im langwelligen elektromagnetischen Spektrum.
Ziel der Infrarot (IR)-Untersuchungen ist es, die spektralen Eigenschaften eines Objektes für einen Betrachter sichtbar und interpretierbar machen.
Bei der Sichtbarmachung von Übermalungen und Retuschen mittels IR-sensibler Aufnahmetechniken wird ausgenutzt, dass sich für das menschliche Auge gleich erscheinende Farben gegenüber Infrarot-Strahlung in ihrer Absorption und Reflexion verschieden verhalten. Somit werden bei den so genannten Falschfarbenbildern Informationen des Sensors visualisiert, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind.    

Röntgenuntersuchung
Eine weitere Möglichkeit der naturwissenschaftlichen und zerstörungsfreien Untersuchung Ihres Kunstwerks ist die Röntgenuntersuchung.
Sie liefert ein kontrastreiches Bild, weil die Strahlung durch alle Schichten Ihres Kunstwerkes dringt.
Durch das unterschiedliche Ab- sorptionsverhalten der verwendeten Materialien (z.B. von Träger, Grundierung und Bildschicht) wird ein Summationsbild erstellt.
Diese ist für die Kenntnis der Entstehungstechniken und seiner Geschichte von großem Nutzen.
Unter Zuhilfenahme der verschiedenen Untersuchungsmethoden können umfangreiche Dokumentationen und Auswertungen erstellt werden.
Schadenskartierungen und Analyseergebnisse fließen in die Restaurierungsdokumentation mit ein und begleiten das Kunstwerk in Zukunft.
Diese Informationen sind oftmals für den Besitzer eines Kunstwerks als auch für den Kunsthistoriker ein wertvolles Dokument, erlauben sie doch Einblicke und Blickwinkel in die Kunst, die uns sonst meist verborgen bleiben.    


Wärmebildaufnahme einer Ausstellungssituation in einem historischen Gebäude (li. Bild) mit einer Infrarotkamera (re. Bild) zur Ortung von Kältebrücken, die die Bildung von Kondensfeuchte begünstigen.