Konservierung einer Kleinplastik

 

  

 

 

 

 

  

             


Frontalaufnahme der Skulptur und Detailaufnahmen der beiden Hände vor der Konservierung.

Darstellung:

ein auf Felsen knieender Mönch in Sandalen, braunem, gegürteten Habit, den Kopf zum Himmel gewandt, die linke Hand bittend erhoben; wahrscheinlich der Hl. Franz(iskus) von Assisi

Datierung:

um 1800

Provenienz:

vermutlich aus Spanien/Italien;
heute in Privatbesitz

Materialien:

Holz, polychrome Fassung, Blattgold

Technik:

Die Skulptur scheint aus einem Holzstück geschnitzt worden zu sein, die Profilleisten des Sockels wurden angesetzt (verleimt), danach ist die farbige Fassung aufgebracht worden. Sie besteht aus dünnem Kreidegrund mit darauf liegenden Farbschichten. Die gegürtete Schnur ist vergoldet (Polimentvergoldung).

Maße:

H: 34 cm           B: 14,5 cm           T: 11,9 cm

Vorzustand:

Die Holzsubstanz ist stabil, es gibt allerdings einige durch Insektenfraß bedingte Fehlstellen (z.B. am Kragen der Kutte). Die Fassung weist vor allem an den Händen, dem Hinterkopf und dem Sockel Abhebungen und große Fehlstellen auf. An der rechten Handoberseite befindet sich eine Ausbesserung mit einem braunen Wachskitt. Im Gesicht ist die Farbe teilweise abgerieben. Die gesamte Oberfläche der Skulptur ist mit einem schmutzig wirkenden Schleier belegt.

Maßnahmen:

Die gelockerten Bereiche der Farbschichten werden mit einem 4 %igen Hausenblasenleim in H2O gefestigt und auf diese Weise wieder mit dem Holzträger verbunden. Die Fehlstellen können anschließend mit einem Kreidegrund (Champagnerkreide/Fischleim) aufgefüllt, nach dem Trocknen an das umgebende Fassungsniveau angepasst und mit Gouachefarben farblich angeglichen werden. Die zu dunkle Wachsausbesserung der rechten Hand wird entfernt und durch Kreidekitt ersetzt. Reinigungsproben mit enzymatischem Reiniger, Ethanol und Siedegrenzbenzin zur Reduzierung des dunklen Schleiers auf der Oberfläche zeigen keine besonders guten Ergebnisse: es löst sich lediglich oberflächlich abgelagerter Staub. Unter Verwendung von H2O wird die farbige Fassung mit angelöst. Der gräuliche Schleier wird daher belassen. Abschließend erhält die gesamte Oberfläche zur Fixierung der Retuschen einen dünnen Überzug aus mikrokristallinem Wachs.  

Endzustand:

Die noch vorhandene Substanz der Skulptur konnte erfolgreich konserviert werden. Die Fassung ist gefestigt worden und die Gesamterscheinung wurde durch die Kittung mit anschließender Retusche optisch beruhigt.

Konservatorische Empfehlungen:

Bei der weiteren Lagerung der Skulptur sollte auf eine ausreichende relative Luftfeuchtigkeit von ca. 50 – 55 %r.F. und eine moderate Temperatur um 20 - 22 °C geachtet werden. Besonders wichtig ist bei beiden Faktoren, dass keine starken Schwankungen in kurzen Zeiträumen auftreten. Die Skulptur sollte daher nicht an Plätzen aufgestellt werden, die z.B. Mittagssonnenlicht ausgesetzt sind. Ansonsten kann es zukünftig zu weiteren Klimaschäden kommen.

 

Franziskus_EZ_Ges        Franziskus_EZ_li-Hand        Franziskus_EZ_re-Hand

Alle drei Fotografien zeigen den Zustand nach der Konservierung der polychromen Fassung.